Ausstiegsarbeit in Zeiten von Corona

Extrem rechte Verschwörungstheorien zum sog. Corona-Virus verbreiten sich rasant und können Radikalisierungsprozesse verstärken sowie Distanzierungs- und Ausstiegsprozesse behindern. Beratungsstellen entwickeln kreative Lösungen, um die Arbeit während der Krise aufrechtzuerhalten. Lesen Sie mehr dazu in unserem Positionspapier.


 


Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. (BAG Ausstieg) ist der bundesweite Dachverband zivilgesellschaftlicher Akteure der Ausstiegs- und Distanzierungshilfe aus extrem rechten Zusammenhängen. Sie hat die Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen im Themenfeld zum Ziel und setzt sich parteiunabhängig für eine fachliche Arbeit ein.

Vernetzung und Kooperation zwischen einzelnen Ausstiegsberatungen machen dabei eine individuelle, flexible und bedarfsgerechte Ausstiegshilfe möglich, auch weil die einzelnen Mitglieder lokal und regional in Regelstrukturen eingebunden sind. Hierzu zählt auch und insbesondere die gemeinsame Erarbeitung, Weiterentwicklung und Umsetzung von transparenten Qualitätsstandards. Darüber hinaus fördert die BAG Ausstieg das Zusammenwirken von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren in der Ausstiegsarbeit nach dem Subsidiaritätsprinzip.

Gelingende Ausstiegsarbeit hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Dimension. Ihr Ziel ist die kritische Reflexion menschenverachtender Ideologien, der Verzicht auf Gewalt und die Hinwendung zu einer Lebensweise, die mit demokratischen Grundwerten vereinbar ist.

Aktuelles

 


November 2021

Digitaler Fachtag der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. (04.11.20121)

Thema des diesjährigen Fachtags der Bundesarbeitsgemeinschaft war die Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit vor dem Hintergrund sich neu formierender Täter*innentypen rechter Gewalt. Ein Keynote-Vortrag von Hendrik Puls thematisierte unter anderem, dass durch die Betonung von Einzeltäterschaft Taten pathologisiert und entpolitisiert werden würden. Dem gegenüber verbürge die generelle Zurückweisung von Einzeltäterschaft jedoch auch die Gefahr, dass das Tathandeln nicht ausreichend erklärt werden könne.
Im Anschluss an den Vortrag wurde im Plenum über die soziale Einbettung extrem rechter Taten und Täter*innen diskutiert. Die Fragen, wie sich Zugänge, Beratungs- und Unterstützungsangebote verändern müssen, wenn sich die Altersstruktur von Adressat*innen der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit verändere, oder sich die Zugehörigkeit zur extremen Rechten zunehmend nicht mehr über lokale Kontakte, sondern über soziale Beziehungen im digitalen Raum ausdrücke, werden auch in Zukunft von Relevanz für die Praxis der Ausstiegsarbeit sein.
Nach der Pause ging es in die Workshopphase. Zu den Themen zählten: „Graue Wölfe / nicht-mehrheitsdeutscher Rechtsextremismus“, „Rechter Terror: Politisches Motiv oder psychische Erkrankung?“, „Das ‘Richtige’ denken – Ideologiearbeit im Distanzierungsprozess“ und „Herausforderungen in der Arbeit mit rechtsextremen Gefährder*innen“. Die Arbeit in den Workshops verdeutlichte einmal mehr, dass heterogene Täter*innentypen passgenaue Strategien in der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit und zum Umgang mit extrem rechten Handlungen verlangen.

Nähere Informationen zu den Workshops und eine ausführliche Zusammenfassung des Fachtags finden Sie demnächst hier.

Oktober 2021

Auftakt der Veranstaltungsreihe „Blickpunkt rechts“ 

Am 11.10.2021 startete die Veranstaltungsreihe „Blickpunkt rechts“. Die Veranstaltung wurde durch einen Input-Vortrag von der Publizistin Katharina Nocun (u.a. True Facts: Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft”) eröffnet und widmete sich dem Thema „Verschwörungsmythen und rechte Esoterik“. In ihrem Vortrag stellte Nocun heraus, dass Verschwörungsmythen als „Radikalisierungsbeschleuniger“ wirken und durch ihren spezifischen Mobilisierungscharakter das demokratische Miteinander gefährden. Wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann, wurde im Anschluss an den Vortrag unter Einbezug der Perspektiven für die Ausstiegsarbeit diskutiert. Eine große Herausforderung dabei scheint vor allem darin zu liegen, sich einerseits von verschwörungsideologischen Einstellungsmustern abzugrenzen und anderseits ins Gespräch über mögliche Ursachen für den Verschwörungsglauben zu kommen sowie vermehrt digitale Angebote zu entwickeln, um zusätzliche Zugänge zu den Adressat*innen zu schaffen 

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Blickpunkt rechts“ findet am 25.10.2021 von 19-21 Uhr in Kooperation mit der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) statt und setzt sich mit Kindern von Eltern der extremen Rechten auseinander. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist bereits jetzt unter anmeldung@bag-ausstieg.de möglich. 

September 2021

Netzwerktagung und Start des Modellprojektes AIDArex

Am 22.09 und 23.09.2021 sind die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ zum zweiten Netzwerktreffen für das Jahr 2021 im digitalen Raum zusammengekommen.

Im Zentrum des Treffens standen die Erfahrungsberichte der einzelnen Ausstiegsberatungen und die Weiterentwicklung der eigenen Qualitätsstandards. Zur Diskussion regte unter anderem der Umgang mit den sich gerade zu Zeiten der Corona-Pandemie neuformierenden Allianzen der extremen Rechten an. Hierbei wurde auf die kritische Reflektion von menschenverachtenden (Ungleichheits-) Ideologien verwiesen, die eine gelingende Ausstiegsarbeit (Tertiärprävention) als Ausgangspunkt hat.

Außerdem wurde der Start für die Entwicklung einer „Akademie für Innovation in der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit der extremen Rechten“ (AIDArex) bekannt gegeben. Im Rahmen des bei der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ ansässigen Modellprojektes entwickeln die Beratungsstellen gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft und unter wissenschaftlicher Begleitung durch Expert*innen das Berufsfeld der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit weiter. So werden in der kürzlich gestarteten Erhebungsphase Innovationsbedarfe eruiert, um bestehende Methoden auszubauen und gemeinsam neue Ansätze zu erarbeiten.

Die Relevanz zur Erarbeitung von neuen Ansätzen in der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit zeigt sich vor allem im Hinblick auf sich neu entwickelnde Räume, Strukturen, Denkmuster und Handlungsweisen von extremen Rechten. Vor diesem Hintergrund wird innerhalb verschiedener Innovationsgruppen unter anderem folgenden Fragestellungen nachgegangen:

  • Mit welchen Methoden können Eltern von Menschen mit rechtsextremen Einstellungen und Verhaltensweisen unter Einbezug der lokalen und überregionalen Ebene effektiv beraten werden?
  • Wie erlangen Beratungsstellen Zugang zu Zielgruppen, die eine gewisse Unsichtbarkeit oder fehlende intrinsische Motivation aufweisen?
  • Mit welchen digitalen Ansätzen können Beratungsprozesse auch online oder am Telefon durchgeführt werden? Wie können Multiplikator*innen in Videokonferenzen geschult werden?

Auf diese und weitere Fragen der Tertiärprävention sollen im Rahmen der Akademie innovative Antworten für die praktische Arbeit in den Beratungsstellen gefunden werden.

März 2020

Demokratieförderung ist eine Daueraufgabe und gerade Ausstiegsarbeit basiert auf Verlässlichkeit und Vertrauen. Wir unterstützen daher ausdrücklich die Forderungen der Bundesfamilienministerin nach einem Demokratiefördergesetz. Eine Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.

 

Februar 2020

Am 28. Januar 2020 wurde in Frankfurt am Main das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit gegründet. Zahlreiche bundesweite und überregionale Institutionen der Sozialen Arbeit streiten von nun an gemeinsam für diese wichtige Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Eine Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.

Januar 2020

Alles neue macht 2020: Das neue Jahr beginnt für die Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. mit dem Beginn eines neuen Modellprojekts. „FED rex – Fort- und Weiterbildung zu Einstiegsprävention und Distanzierungsförderung aus der extremen Rechten“ wird die Erfahrungen der Ausstiegs- und Distanzierungsberatungen der BAG Ausstieg zur Weiterbildung von Fachkräften und Personen, die mit extrem rechten und rechtsaffinen Personen in Kontakt kommen, weitergeben. Gleichzeitig wollen wir das Berufsfeld der Ausstiegsberater*in weiterentwickeln. Weitere Informationen folgen!

September 2019

Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. lädt Sie ganz herzlich ein zum Fachtag „Mit Nazis reden? JA. Über Ausstieg“. Hier wollen wir gemeinsam der Frage nachgehen, wie eine zielgerichtete Kommunikation aussehen kann, die extrem rechte Aussagen nicht affirmiert und gleichzeitig ein Gespräch ermöglicht. Wir wollen beim Fachtag unsere Erfahrungen in diesem Feld teilen und konkrete Handlungsoptionen aufzeigen. Unsere Einladung zur Veranstaltung am 14.11.2019 in Göttingen im Hotel FREIgeist, Berliner Str. 30, 37073 Göttingen inklusive der Tagesordnung und einer Beschreibung der Workshops finden Sie hier.

Juli 2019

Die Organisation von Großveranstaltungen wie im thüringischen Themar setzt eine vernetzte rechte Szene voraus und auch im Kontext von Straftaten wird der Frage nachgegangen, ob eine Einbindung in rechtsextreme Netzwerke besteht. Auch in der Arbeit von Ausstiegshilfen müssen diese  z.T. länderübergreifenden Kontakte berücksichtigt werden, um Ausstiege auch über Ländergrenzen hinweg sicher gestalten zu können. Um die dafür notwendige Zusammenarbeit der Ausstiegsberatungen zwischen den Ländern in der Region um Hessen, Sachsen und Thüringen zu intensivieren, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. ein erstes Regionaltreffen organisiert. Eine Pressemitteilung dazu, finden Sie hier.

Juni 2019

Das rechtsextreme Attentat auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bringt die Gefahr, die von der rechtsextremen Szene ausgeht, wieder ins öffentliche Bewusstsein. Für uns als Dachverband der zivilgesellschaftlichen Ausstiegsberatungen aus Rechtsextremismus macht dieser Fall zwei Problemlagen wieder einmal deutlich: Erstens bedarf es einer professionellen Begleitung, um wirklich aus der rechtsextremen Szene auszusteigen. Zweitens müssen Projekte gegen Rechtsextremismus auf die bundesweite Vernetzung der extrem rechten Szene mit einer ebensolchen reagieren. Anbei dazu eine Pressemitteilung unserer Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V.

Die Existenz der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. ist gefährdet und damit konkret die Vernetzung der Ausstiegs- und Distanzierungshilfen sowie die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit. Der Grund dafür ist ein kompliziertes und letztlich für die BAG Ausstieg nicht tragbares Finanzierungsmodell, welches das neue Bundesprogramm „Demokratie leben!“ vorsieht. Die BAG bezieht in ihrem Positionspapier zur Neuauflage des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ dazu Stellung.

Mai 2019

Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. präsentiert sich und ihre Arbeit beim 24. Deutschen Präventionstag in Berlin.

„Der Deutsche Präventionstag ist der weltweit größte Jahreskongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche. Er bietet eine internationale Plattform zum interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch in der Prävention.“

Zu diesem Austausch wollen wir beitragen: Zum einen durch unseren Informationsstand in der Convention Hall I, zum anderen mit einem Vortrag von Tobias Lehrmeier zu „Qualitätsstandards in der Ausstiegsarbeit Rechtsextremismus“, am Montag, 20. Mai, 14.00 Uhr im Estrel-Saal A.

Wir freuen uns auf zahlreiche gute Gespräche an unserem Stand und im Laufe des Präventionstages.

April 2019
März 2019

Beim ersten Netzwerktreffen des Jahres 2019 in Berlin haben sich die die Mitglieder der BAG Ausstieg darauf verständigt, die geplante Weiterbildung für (angehende) Ausstiegsberater*innen und Distanzierungshelfer*innen noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. In den kommenden Wochen wird das Lehrprogramm erstellt und beim Fachtag am 14. November der interessierten Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Februar 2019

Die Bundesarbeitsgemeinschaft veröffentlicht ihre “Qualitätsstandards in der Ausstiegsarbeit”. Diese entstanden in mehrjähriger Arbeit in einem intensiven Diskurs. Sie reflektieren und rahmen die hochprofessionelle pädagogische Arbeit der Ausstiegs- und Distanzierungshilfen im Themenfeld Rechtsextremismus und extreme Rechte.

Januar 2019

Wir stellen die Dokumentation zu unser Fachtagung “Einmal Nazi, immer Nazi”, die im September 2018 stattfand, vor.

Kontakt


Telefon: 0176 35658512
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte lösen Sie folgende Rechnung: 19 - 13 = ?
Bitte geben Sie das Ergebnis ein, um fortzufahren
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

  

YouTube
Menü